Evangelisch-reformierte Kirche in Hamburg

Stellenanzeige: Pfarrstelle (m/w/d)

Raum für neue Ideen und Projekte

Die Evangelisch-reformierte Kirche in Hamburg besetzt zum nächst-möglichen Zeitpunkt eine Pfarrstelle (m/w/d) zu 100% mit Schwerpunkt junge Menschen und junge Projekte.

Wir sind eine selbstverwaltete Gemeinde mit ca. 3000 Gemeindegliedern, zwei Gemeindezentren und
einem Altenwohnheim im Herzen von Hamburg sowie zwei eigenen Freizeithäusern auf der schönen
Nordseeinsel Amrum und in Schleswig-Holstein direkt am Ratzeburger See mit eigenem Bootssteg.

Unsere Gemeindeglieder leben in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Liberales Denken,
ökumenische Offenheit, diakonisches Handeln und eine reformierte Tradition prägen unsere Gemeinde.
Unsere beiden Pastoren, die Jugendreferentin und engagierte Teamer:innen beleben das Gemeindeleben
und unsere Familiengottesdienste.

Wir bieten

  • die Freiheit, den Raum und die finanziellen Möglichkeit Ideen und neue Projekte auszuprobieren.
  • eine Wirkungsstätte im großstädtischen Umfeld in der schönsten Stadt Deutschlands.
  • eine offene und wertschätzende Zusammenarbeit in einem großen Team mit unseren zwei Pastoren, unserer Jugendreferentin, unserer Kirchenmusikerin, einem engagierten Kirchenrat und weiteren Ehrenamtlichen.
  • eine hauptamtliche Verwaltung und zwei Küster, die Sie unterstützen und Ihnen Zeit für Ihre Arbeit und Ideen schaffen – frei von Verwaltungsaufgaben.
  • die Bereitschaft, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder alternativen Lebensentwürfen zu
    fördern/zu unterstützen.
  • das Angebot, zusammen mit Ihnen eine geeignete Wohnung zu finden und finanziell zu fördern.
  • weitere Vergünstigungen wie ein Jobrad, günstige Fitnessangebote und ein kostenloses Deutschlandticket.

Sie

  • haben neue Ideen sowie den Wunsch, Kirche in die Stadt zu öffnen und mit der Stadt zu vernetzen.
  • suchen nach einer offenen Gemeinde, die Ihnen die Freiräume für Ihre Ideen bietet und Sie in Ihrem
    Engagement unterstützt.
  • haben Lust auf die selbstständige Arbeit mit jungen Menschen und Familien im Team mit der
    Jugendreferentin und unserem Jugendausschuss.
  • freuen sich, in unseren beiden Freizeithäusern „Gemeinde auf Zeit“ zu gestalten.
  • nutzen und fördern Social Media in der gemeindlichen Kommunikation.

Über das Interesse von Bewerberinnen freuen wir uns besonders, um das Pfarrteam bunter zu gestalten.
Mehr über unsere Kirchengemeinde erfahren Sie auf unserer Homepage www.erk-hamburg.de

Für weitere Auskünfte wenden Sie sich gerne an die Vorsitzende des Kirchenrates

  • Dr. Mareike Budack 0175 7016779 budack@erk-hamburg.de

oder an

  • Pastor Thomas Raape 040 18161210 raape@erk-hamburg.de

Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen schicken Sie bitte an Dr. Mareike Budack (budack@erk-hamburg.de)


Wer rettet sonst!? – Wir halten Kurs auf Seawatch V

Sea Watch ist ein deutscher Verein mit Sitz in Berlin. Sein Ziel ist, in Seenot geratene Menschen im Mittelmeer zu retten. Seit seiner Gründung 2015 wurden so über 45 Tausend Geflüchtete aus dem Meer in Sicherheit gebracht und auf dem Schiff versorgt.

Am ersten Wochenende im November waren Tage des Offenen Schiffes im Hamburger Hafen. Es war die Gelegenheit, Sea Watch V zu besichtigen und über die Seenotrettung im Mittelmeer mehr zu erfahren. Der bayrische Synodalverband mit Präses Simon Froben wies uns auf die Einladung hin. Kurzerhand haben wir beide Konfirmandengruppen für den Besuch angemeldet. Mit Christopher Geßler, Jugendreferent des 8.Synodalverbands, und einigen jungen Erwachsenen waren wir eine Gruppe von 20 Personen.

Der Andrang vor und auf der Seawatch V war enorm. Von der Überseebrücke aus konnten wir zunächst das Schiff nicht sehen, weil die Cap San Diego in voller Länge davorlag. Kaum aber hatten wir die Brücke verlassen, wimmelte es am Kai von interessierten Schaulustigen.

Und da lag Sea Watch V, nicht exakt so lang wie die Cap San Diego, aber nicht weniger imposant.

Als Gruppe waren wir angemeldet. United4Rescue war der Organisator für unseren Besuch. Dies ist das breite Bündnis zur Unterstützung der zivilen Seenotrettung. Zahlreiche gesellschaftliche Organisationen und Gruppen gehören diesem Bündnis an. Auch wir als Gemeinde unterstützen United4Rescue, das dort humanitär handelt, wo die Politik versagt.

Jonas vom Bündnis heißt uns willkommen und schafft es, uns mit Vera von Seawatch V in Kontakt zu bringen.

Seawatch V, so erzählt sie, sei erst vor kurzem für 4,5 Millionen Euro erworben worden. Es soll im Frühjahr auslaufen in Richtung Mittleres Mittelmeer. Der Einsatzort soll zwischen der Südspitze Italiens und den libyschen Hoheitsgewässern liegen. Genau dort, wo sich so viele verzweifelte Menschen auf kleinen Booten in Richtung Europa auf den Weg machen. Die Seawatch soll noch umgebaut werden. Insgesamt 500 Gerettete soll an Bord Platz finden. Vulnerable Gruppen (Schwangere, Kinder, Erkrankte) sollen unter Deck untergebracht werden, die übrigen auf Deck. Sie werden medizinisch und ernährungstechnisch versorgt. Bestenfalls sollen die Geretteten auf dem schnellsten Weg in einen italienischen Hafen gebracht werden. Doch da türmen sich gewaltige Probleme auf. Italien verweigert das Anlegen in den Häfen. Immer wieder geschieht es, dass Seawatch abgewiesen wird. Ein Skandal, der mit dem internationalen Recht bricht! Und unter der neuen, ultrarechten Regierung von Georgia Meloni wird sich der politische Kurs in Italien eher noch weiter negativ zuspitzen für die Belange von in Seenot Geretteten!

Ob Deutschland eingreifen könnte? so fragen die Konfirmanden. Leider ist auch die deutsche Politik eher darauf aus, Geflüchtete erst gar nicht nach Europa einreisen zu lassen. Eine Zusammenarbeit mit Frontex und der libyschen Küstenwache soll verhindern, dass Geflüchtete überhaupt in internationale Gewässer gelangen. Und schließlich verweise man auch in Berlin gerne auf die Dublin III Verordnung, nach der das Einreiseland, sprich meistens Italien, zuständig für den Schutz der Geflüchteten zuständig sei. So sei man fein raus…

Unter uns macht sich ein wenig Frustration breit. Wer soll denn sonst retten, wenn nicht Seawatch V? Sollen die Menschen sterben?

Auf dem Schiff treffen wir andere junge, engagierte MitarbeiterInnen von Seawatch V. Sie begeistern durch ihre frische und klare Haltung. Die Politik muss ihren Kurs wechseln. Humanitäre Einsätze auf dem Mittelmeer sind zurzeit die einzige Chance, den Schwächsten auf den Meeren zu helfen. Solange Europa nicht gemeinsam eine faire Handhabe für Geflüchtete definiert und das Recht auf Asyl verteidigt, müssen zivile Rettungsorgani-sationen der Politik auf die Sprünge helfen.

Was können wir tun? so die Konfirmanden. Stellt unangenehme Fragen an die PolitikerInnen, organisiert Demonstrationen, informiert euch im Internet, vernetzt euch mit Gleichgesinnten, bohrt eure Eltern mit Fragen und seid bereit zu spenden!

Wir verlassen die Überseebrücke. Mittlerweile hat sich die Sonne verabschiedet. Einigen fröstelt. Wir haben eine Ahnung davon erhalten, wie kalt der Wind auf den Meeren entgegenbläst. Es ist eine Menge zu tun!

Reiner Kuhn